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    Chapeleriewednesday Kopfbedeckungen

    Filz liebe

    Bei Filz denken viele Menschen entweder an den herkömmlichen, künstlichen Bastelfilz oder an den Wollfilz, den man zum Filzen diverser Dinge braucht.
    Wenn aber eine Modistin von Filz spricht, dann redet sie weder vom Einen noch vom Anderen. Nein.
    Wir sprechen dann eigentlich immer vom Haarfilz.
    Dabei meinen wir unsere vorgeformten, glockenförmigen Filzrohlinge aus Hasenhaar. Ja genau, Hasenhaare. Die lassen sich zwar nicht so gut von Hand filzen, aber mit den richtigen Maschinen werden daraus die wunderschönsten Filze hergestellt. Da gibt es zum Beispiel Filze die lange Haare haben, die man beim Verarbeiten richtig bürsten muss. Oder da gibt es Filze die Muster eingeprägt oder aufgedruckt haben. Oder meine absolute Lieblingsqualität, den Velours Filz. Dieser Filz hat die Optik von Samt. Er ist beim Verarbeiten empfindlich auf Druck und er muss, sobald er auf der Form ist, unter Dampf,  gut gebürstet werden, damit er seine Schönheit behält. Wenn man ihn richtig, richtig gut verarbeitet hat der Filz am Ende sowohl Tiefe als auch einen matten Glanz. Und diese Kombination macht es für mich einfach aus. Man kann daraus schlichte Hüte für jeden Tag herstellen, oder auch elegantere mit oder ohne Krempe. Velours Filz geht in meinen Augen einfach immer.
    Und da wir uns nun im Geschäft auf die kommende Herbst-/Wintersaison vorbereiten, hat mir meine Chefin für einmal wieder freie Hand gelassen.
    Ich durfte bei diesem Littlepiece die Form wählen, über die Garnitur entscheiden und das ganze mit einem Federgesteck beenden.
    Einfach herrlich!!
    Würde es euch wundernehmen wie man einen Filzhut aufzieht?
    Vielleicht auch mit kleinem Video?

    Oktober 17, 2018
    Chapeleriewednesday Kopfbedeckungen Nähen allerlei!

    Handwerk

    Oft fragen mich Leute warum ich genau Hutmacherin, Modistin, geworden bin… Es gibt so viel schönes an diesem Beruf, dass ich gar nicht alles in Worte fassen kann. Aber ich versuche mal an Hand von einem kleinen Einblick hinter die Kulissen einen Grund zu erklären.
    Wir Hutmacher haben selten schöne, gepflegte Hände. Warum das so ist?! Wir brauchen kräftige Hände die mit Hammer, Nagel, Zange, Reisszwecken und viel Kraft arbeiten können. Denn das Stroh, der Filz oder der Sinamay wie hier auf dem Bild benötigen oft Druck und Kraft um sie richtig schön auf eine der Holzformen zu bekommen. Dazu brauchen wir eben manchmal Hammer und feine Nägel, oder oft reichen auch Reisszwecke…Diese drücke ich aber mit blossen Händen durch das Stroh oder den Filz in das Holz und das braucht Kraft. Oft muss ich sie auch wieder lösen und die Materialien mehrmals Nachziehen bis sie schön auf dem Holz liegen und die gewünschte Form beim Trocknen annehmen. Diese Materialien sind oft nass oder feucht, weshalb Nagellack nie lange halten würde…Und so haben wir Modistin nie feine, schöne Hände.
    Aber genau diese Tätigkeit, diese Kraft, das Ziehen um das Material in die gewünschte Form zu zwingen macht meinen Beruf aus! Es ist eine grobe Tätigkeit, die aber nicht weniger Präzision verlangt!
    Es ist einfach so spannend wie es am Anfang diese Kraft und manchmal auch Schweiss braucht um am Ende einen feinen, zierlichen Hut mit Federn und Blumen her zu stellen…Das ist ein Aspekt, den ich am Hüte machen so liebe… dieses Gegensätzliche!

    Mai 09, 2018